Impressionen aus Mücke - Hessens Mitte
 
 

Sterben – lebensfähig machen

Sterben – lebensfähig machen   Sterben – lebensfähig machen
Am Donnerstag konnte Bürgermeister Matthias Weitzel Michaela Hach die Geschäftsführerin vom Hessischen Fachverband Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) sowie Dr. Rio Dumitrascu (Ärztlicher Leiter und Oberarzt bei (SAPV) am Uniklinikum Gießen und Marburg als Referenten im DGH Merlau begrüßen. Als weitere Sachverständige war auch die Pflegedienstleiterin der Diakonie Ohm-Felda Susanne Russlies anwesend. Vor einem Jahr etwas, hatte die die Mücker CDU, Mücke als „Weißen nicht versorgten Fleck“ in Sachen würdevolles Sterben bezeichnet. Man hätte sich mehr Zuspruch erwartet, denn die ambulante Palliativversorgung in Mücke wurde scher thematisiert. Am Donnerstag gab es hautnahe Informationen, denn Michaela Hach konnte anschauliche und selbst erlebte Szenen schildern und gab so den Besuchern einen guten Einblick in die Sorgen der Betroffenen und deren Angehörigen.

Mücke gehört zum Vogelsbergkreis, hat 12 Ortsteile und ca. 9264 Einwohner. Dort gibt es rund 44 ambulante Dienste und davon ca. 5 Pflegedienste, 6 Pfelgeheime sind im Einzugsgebiet, 8 Vertragsärzte und 2 Hospizgruppen in Alsfeld und Gemünden, so die Statistik.

Das Ziel der SAPV ist es, die Lebensqualität und Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen zu erhalten, zu fördern und zu verbessern. Im Vordergrund steht anstelle des kurativen Ansatzes eine medizinisch-pflegerische Zielsetzung. Das heißt, die Symptome und Leiden im Einzelfall gerecht zu lindern. Ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in vertrauter Umgebung ermöglichen.

Michaela Hach erläutere den Wandel der Gesellschaft und die bessere ärztliche Versorgung der Menschen. Früher habe man bei einem Sterbenden nicht den Arzt gerufen, sondern einen Pfarrer. Weiterhin sagte Hach, dass sie Patienten hatte, die montags bis freitags sterben wollten und sich das Team darauf einstellte und plötzlich kam der Sinnenwandel und der Enkel kam zu Besuch und das „Sterbenwollen“ war aus dem Vokabular gestrichen. Auch mit einer unheilbaren Diabetes, könne man heute steinalt werden, denn die medizinische Versorgung habe ganz andere Möglichkeiten wie vor einigen Jahrzehnten.

Der Vogelsbergkreis (Homberg, Gemünden, Mücke, Schotten, Ulrichstein und Feldatal) gehört zum Palliativ-Team in Gießen. Aber durch die großen Wegstrecken, werde im Vogelsberg übergreifenden gearbeitet. Die Ärzte, Pflegedienste und die Hopizteams aus Alsfeld und der Wetterau werden auch beispielsweise integriert. So werden Brücken in der Versorgung gebaut.

In der Regel, so Dr. Dumitrascu, werden die Patienten einmal in der Woche besucht. Aber in Akutfällen kann es auch sein, dass man sie mehrfach am Tag besucht.

Am Ende des Vortrages sagte Michaela Hach betont, Mücke sei kein weißer Fleck und man müsse das „Sterben – lebensfähig machen.

Dazu Fotos

Schütt-Frank