Impressionen aus Mücke - Hessens Mitte
 
 

Mücker Ausflug der Senioren führte nach Egmont aan Zee nach Holland

Holland/Mücke (sf) Für die 40 Reisegäste war es eine schöne Woche in Holland. Das Wetter kann man durchweg als gut bezeichnen, nur der Heimreisetag war ein Regentag. Chauffiert wurden die Senioren von Edgar Christ und als Busunternehmen startete man mit Philippi Reisen aus Groß-Eichen. Bürgermeister Matthias Weitzel begleitete die Senioren, reiste allerdings nach. Das Kreisfeuerwehrverbandsfest hielt ihn noch in Mücke fest. Der Anreisetag verlief ruhig und man nahm die Sauerlandlinie und bei Emmerich fuhr man über die Grenze. Weiter ging es über Anrheim nach Egmond aan Zee. Der restliche Tag stand zur freien Verfügung und man speiste abends wieder gemeinsam. Das Hotel Zuiderduin war direkt am Strand und man hatte einen herrlichen Ausblick.

Begeistert war die Reisegruppe auch von dem Freilichtmuseum Zaanse Schans. Dort erhielt man einen authentischen Eindruck vom Leben im 17. und 18. Jahrhundert. Vor etwa 250 Jahren entstand auf dem Gelände des Freilichtmuseums das erste zusammenhängende Gewerbegebiet Hollands in der Nähe von Amsterdam. Mehr als 600 Windmühlen erhoben sich um das Jahr 1750 in Zaanse Schans und zahlreiche kleine Handwerksbetriebe siedelten sich auf dem Areal an. Einige Windmühlen aus dem 18. Jahrhundert existieren noch heute und wurden mit der Errichtung des Freilichtmuseums in das Gebäudeensemble integriert. Für die Vogelsberger war es ein ganz besonderes Erlebnis.

Am Vormittag des zweiten Tages besuchte die Blumenversteigerung in Aalsmeer. Jeden Tag werden riesige Mengen von Blumen jeder Art in großen Auktionshäusern versteigert und von dort in alle Welt verschickt. Um das live mitzuerleben muss man früh sein und da hieß es dann auch beizeiten raus aus den Federn. Aber es war toll und es hat jedem gefallen.  Dort werden 4,4 Milliarden Euro Jahresumsatz gemacht und täglich gehen da 9,6 Millionen Euro über den Blumentisch. Es werden 20.000 verschiedene Sorten Blumen und Pflanzen  bei Royal FloraHolland versteigert. Es gibt dort 38 Versteigerungsuhren, mehr als 100.000 Transaktionen pro Tag. Es werden 2.400 Kunden von 3.500 Mitarbeitern betreut. Die Gesamtfläche der Blumen von Royal Flora Holland beträgt die Größe von rund 220 Fußballfeldern. Dann wurde die Weltmetropole Amsterdam kennengelernt. Ob die Senioren auch in einem Kekse-Shop waren, bleibt unentdeckt. Abschließend wurde eine gemeinsame Grachtenrundfahrt auf einigen Kanälen von Alt-Amsterdam unternommen.

Den Haag, die königliche Stadt stand ebenfalls auf dem Reiseplan. Man unternahm eine Stadtrundfahrt, spazierte durch das Regierungsviertel und fand sich zu einem Gruppenbild vor dem Denkmal von Wilhelm von Oranien zusammen. Es schloss sich ein Besuch der Miniaturstadt „Madurodam" an. Eine kunstvoll verkleinerte holländische Stadt mit all ihrem sprichwörtlichen Zauber und ihrem bunten Leben. Die Stadt ist in einem Verhältnis 1:25 verkleinert aufgebaut. Dort sah man fahrende Züge und Schiffe, Autobahnen, Kirchen, Schulen, Theater und Fabriken. Später hatte man noch freie Zeit  im Badeort Scheveningen, konnte am Meer Fischessen und sich mit den Möven plagen und am Pier entlangschlendern.  Die Watteninsel Texel liegt gut 50 km nördlich von Egmond aan Zee. Die beschauliche Insel mit ihren sieben Dörfern, welche man mit der Fähre von Den Helder erreicht, bot wieder einige Sehenswürdigkeiten. Zuerst besuchte die Gruppe den Leuchtturm Eierland. Es  ist ein Leuchtturm an der nördlichen Spitze der niederländischen Insel Texel. Er erhielt seinen Namen von der ehemaligen Insel Eierland, die heute nach Landgewinnungsmaßnahmen zu Texel gehört. Zur Geschichte:

Im Jahre 1835 begannen niederländische Küstenplaner mit der Eindeichung des Wattengebietes zwischen den Inseln Texel und Eierland. Nach Abschluss dieser Arbeiten wurde die ehemals selbstständige Insel Eierland Teil der wesentlich größeren Insel Texel. Durch den enormen Landgewinn bedurfte es neuer Schifffahrtszeichen. So genehmigte die Landesregierung den Bau eines Leuchtturms an der neuen Nordspitze Texels, den Auftrag für die Planung erhielt der Architekt Quirinus Harder, der am 25. Juli 1863 auch den Grundstein des neuen Turmes auf einer rund 20 Meter hohen Düne legte. In Betrieb genommen wurde der rot gestrichene Turm am 1. November 1864. Der damalige Abstand zwischen Leuchtturm und Küste betrug 3000 Meter. Von 1864 bis 1910 wurde der Turm mit Petroleum-Brennern betrieben, ehe diese 1910 durch Pharoline-Brenner ersetzt wurden. Elektrifiziert wurde der Leuchtturm Eierland schließlich im Jahre 1927. Seit 2009 ist der Turm für die Öffentlichkeit zugänglich und kann bis zum 6. Stockwerk bestiegen werden. Das Leuchtfeuer und das Büro des Leuchtturmwärters sind nicht zugänglich. In Höhe des 5. Stockwerkes gibt es einen Rundgang zwischen der alten und der neuen Außenwand. Hier sind Einschusslöcher sichtbar. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist sicherlich die Seehundstation Ecomare. Verwaiste oder kranke Seehunde werden hier aufgepäppelt und gesund gepflegt und später wieder in die Natur entlassen. Manche finden hier auch ein dauerhaftes Zuhause. Im Besucherzentrum bekommt man einen guten Einblick in die Ökologie des Wattenmeeres und seiner Inseln. Und rund um das Ecomare kann konnte man durch die Dünen wandern und entdeckte so manche Vogel- und Pflanzenart. Anschließend genossen die Mücker die Schifffahrt von Texel nach Den Helder. Dann gab es auch einen Freizeittag für die Mücker Senioren. So genoss man die gute Seeluft, unternahm Spaziergänge und labte sich an den Annehmlichkeiten des Hotels.

Was wäre Holland ohne Käse? Auf dem weltbekannten  Alkmaaer Käsemarkt wurden auch einige haushaltsübliche Stücke gekauft, die den Weg nach Mücke fanden. Bereist im Jahre 1365 besaß die Stadt bereits eine Käsewaage, 1612 sind es schon vier. Die Käseträgergilde wurde ab 1619 in den Archiven erwähnt. Das Jahr 1593 gilt jedoch als das Jahr, in dem der erste Käsemarkt abgehalten wurde. Der Markt fand schon immer auf dem Waagplein statt, welcher mehrmals erweitert wurde. In nur zwei Jahrhunderten wurde der Platz sage und schreibe achtmal vergrößert, bis er seine heutige Fläche erhielt – ein Zeichen für die große Bedeutung, die der Käsehandel für die Stadt hatte. Für Besucher des Käsemarktes beginnt da Spektakel um 10.00 Uhr. Daher kommt wohl der Spruch „Wer hat den Käse zum Bahnhof gerollt?“. Gigantisch Mengen an Käserädern. Aber den Oberhessen machte es Spaß und so wurde gebummelt, die Altstadt besichtigt und Käse gekauft. Weiter ging es nach Volendam. Man kann sagen, es ist die Drosselgasse auf Niederländisch. Allerdings wurde auch bei einer Holzschuh-Schnitzerei angehalten. In dem ehemaligen Fischerdorf wird noch die Tradition gepflegt. Dann kommt wieder der Tag der Heimreise. Man besuchte in der Nähe von Apeldoorn das 300 Jahre alte Königsschloss "Het Loo", die ehemalige Residenz der Königsfamilie. Man bestaunte das Schloss von außen und auch seine herrliche Gartenanlage. Führungen im Schloss sind nicht möglich. Nach vielen Eindrücken über Kunst und Natur treten startete man in das verregnete Deutschland.