Impressionen aus Mücke - Hessens Mitte
 
 

Historisches aus Mücke

Entstehung von Atzenhain

Mutmaßliche Entstehungszeit von Atzenhain

Die erste auffindbare Urkunde stammt erst aus dem Jahre 1237. Im Jahre 1343 wurde Atzenhain in einer weiteren Urkunde Atzenhain erwähnt.

 

Wann ist Atzenhain gegründet worden?

Wahrscheinlich in der Zeit zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert n. Chr.

 

Was berechtigt uns zu dieser Annahme?

Professor Wilhelm Arnold hat ein Buch geschriebenmit dem Titel: "Ansiedlungen und Wanderungen deutscher Stämme nach hessischen Ortsnamen". Darin meint er, daß die Benennungen der Siedlungen meist ihrer natürlichen oder sonstwie auffälligen Lage entsprechen.

Deshalb finden wir bei den ab dem 2. Jahrhundert entstandenen Dörfern Namen mit den Endungen -bach, -born, -brunn, -au, -borg, -hagen, -hain, -feld sowie die mehr auf die Zusammenlage der Wohnstätten hindeutenden Endungen -dorf, -hausen und -heim.

Alle diese Orte seien meist zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert begründet worden, also in der Zeit, in der unsere Vorfahren in zunehmendem Maße seßhaft wurden. (Entnommen dem Aufsatz: "Vom Alter der Dörfer unserer Heimat" von Wilhelm Scheid in der Beilage zur Gießener Freien Presse - Hessische Heimat Nr. 7 vom 5.4.1958).

 

Nachrichten über Schule und Lehrer zu Atzenhain

Eine Schule wurde in Atzenhain um das Jahr 1600 errichtet. Es geht dies aus dem Visitationsbuch des Superintendenten Victor hervor, in dem für das Jahr 1603 ein Schulmeister von Atzenhain, allerdings ohne Namensnennung, erwähnt wird. Am Schlusse der Aufzeichnung heißt es: "Jost König (der eine Kastenmeister) bittet, daß ihnen der Schulmeister, den Kindern zum besten, möge gelassen und den Nachbarn ein Unterhalt zugesprochen werden."

Von der Errichtung der Schule an waren die Atzenhainer Lehrer verpflichtet, den Glöcknerdienst zu versehen sowie bei den Gottesdiensten und den gottesdienstlichen Handlungen als Vorsänger oder Kantoren die herkömmlichen Kirchengesänge zu führen. Als im Jahre 1862 in der Atzenhainer Kirche ein Harmonium aufgestellt wurde, an dessen Stelle im Jahre 1900 eine Orgel trat, wurde der Organistendienst mit der Schulstelle verbunden.

Mit der Schulstelle zu Atzenhain war schon im 18. Jahrhundert Lektorendienst verbunden. Über den Umfang dieses kirchlichen Dienstes wird durch Verfügung des Oberschulrates vom 6. November 1844 zu den Akten bemerkt, daß der Schullehrer in Atzenhain den Gottesdienst zu halten verpflichtet ist a) vormittags: im Winter alle 14 Tage, im Sommer den dritten Sonntag; b) nachmittags: im Winter alle 14 Tage, im Sommer zwei Sonntage nacheinander, am dritten nicht.