Impressionen aus Mücke - Hessens Mitte
 
 

Historisches aus Mücke

Die Ursprünge von Ober-Ohmen

Ober-Ohmen ist eine Siedlung keltischen Ursprungs und wird urkundlich erstmals 1064 unter dem Namen "Amena" erwähnt. Kaiser Heinrich IV schenkte seinerzeit der edlen Frau Mathilde das Gut Ober-Ohmen.

Bereits im 15. Jahrhundert war Ober-Ohmen Gerichtsstand und verfügte über den sog. Blutbann, konnte also Todesurteile fällen und vollstrecken.

Wie allenthalben in den Vogelsbergdörfern die Bewohner einen sog. "Spitznamen" haben, so werden die Ober-Ohmener die "Koainbeul"(Kohlenbeutel) genannt. Der Hintergrund für diesen Namen ist im Messerschmiedehandwerk zu sehen. Bereits im 16. Jahrhundert wurde dieses Handwerk fast in jedem Haus in Ober-Ohmen betrieben. Zum Schmieden der Klingen wurde ausschließlich Holzkohle verwandt, die beim Backen in den dörflichen Backhäusern anfiel.

Die örtliche "Backkohle" reichte jedoch nicht aus, um den Bedarf aller örtlichen Schmiede zu decken. Die Messerschmiede zogen dann mit einem Sack auf dem Rücken in die Nachbardörfer, um "Backkohlen" zu kaufen. Diese Einkäufer waren im ganzen Vogelsberg eine bekannte Erscheinung, und bald hatte der Volksmund diesen Leuten den Spitznamen "Koinbeul" gegeben.

Eine Schule in Ober-Ohmen wird für das Jahr 1570 erstmals genannt. Heutiges Erscheinungsbild: Ober-Ohmen hat sich seit 1970 insbesondere im Bereich nördlich der Ohmstraße ("Am Steinmühl") ausgebreitet. Die Einwohnerzahl in den letzten 150 Jahren war fluktuierend. Von zeitweise bis über 1.000 Einwohner reduzierte sich die Einwohnerzahl auf derzeit gut 800. Im Zuge der Gemeindereform in 1972 wurde Ober-Ohmen Ortsteil der Gemeinde Mücke.