Impressionen aus Mücke - Hessens Mitte
 
 

Der Einfluss der Corona-Pandemie auf unser Leben

Liebe Mücker Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das Corona-Virus bestimmt nun seit Tagen alle unsere Lebensbereiche! Noch vor wenigen Wochen nahmen wir interessiert vor dem Fernseher sitzend zur Kenntnis, was sich da im fernen China abspielt, nicht ahnend, nicht glaubend, wie schnell diese Bedrohung uns auch hier in Deutschland erreichen kann – aber jetzt ist es geschehen: unser Leben steht auf dem Kopf – Hamsterkäufe, Kontaktsperren, geschlossene Läden, Betriebe vor dem wirtschaftlichen Aus…und das Schlimmste – berechtigte Angst, dass diese Erkrankung für (zumeist) ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen auch den Tod bedeuten kann und bedeuten wird!

Eine solche Situation hat unser Land seit dem letzten Weltkrieg noch nicht erlebt. Für die nach 1945 Geborenen ist die Situation daher ein gravierender Einschnitt im Leben, eine bisher nie dagewesene, einschneidende Erfahrung.

Obwohl es frühe Hinweise auf die Schwere dieser Seuche gegeben hat, waren wir dennoch weitgehend unvorbereitet: innerhalb von nur einer Woche hat das Land Hessen beispielsweise sechs sich immer weiter verschärfende Verordnungen erlassen, wurde beständig nachgebessert. Galt beispielsweise am 13.März 2020 noch ein Kontaktverbot für 1000 Personen, waren es 10 Tage später nur noch 2 Personen! Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel sind kaum noch zu bekommen oder haben lange Lieferzeiten, die Zahl der Intensivbetten in Deutschland reicht bei weitem nicht aus.

Umso dringlicher ist es nun, dass wir die am vergangenen Sonntag erlassenen Verhaltensregeln zur Eindämmung dieser Seuche unbedingt einhalten. Ich will diese 9 Regeln zur Eindämmung der Corona - Epidemie daher hier nochmals aufzählen:

  1. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.
  2. In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den unter 1. genannten Personen ein Mindestabstand von mindestens 1,5 m 
  3. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.
  4. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich.
  5. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden
  6. Gastronomiebetriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.
  7. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich.
  8. In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.
  9. Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben

 

Wissenschaftler gehen davon aus, dass ca. 5% aller Erkrankten beatmungspflichtig sein werden. Bei gerade einmal 14.000 Intensivbetten, die z.Zt. bundesweit zur freien Verfügung stehen, reichen bei 40.000 Neuerkrankten/Tag schon 2000 beatmungspflichtige Patienten/Tag aus, um diese Bettenzahl innerhalb von 1 Woche zu füllen – das bedeutet, unser Gesundheitssystem stieße schon nach 1 Woche ohne wirksame Gegenmaßnahmen an seine Grenzen! Das soll nochmals deutlich machen, wie wichtig und unerlässlich die Einhaltung der genannten „9 Regeln“ ist.

Und ich bedanke mich ganz besonders bei all denen, die „an vorderster Front“ stehen: die Verkäuferinnen und Verkäufer, die Arzthelferinnen, die Medizinerinnen und Mediziner, die Apothekerinnen und Apotheker, die Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten, die Beschäftigen der öffentlichen Verwaltung, der Versorger und Einrichtungen und viele andere  mehr, die sich täglich dem Kontakt und dem damit verbundenen Risiko vieler fremden Menschen aussetzen und aussetzen müssen, um unser aller Versorgung sicherzustellen – vielen Dank für Ihren Einsatz!

Ich bitte Sie alle, in diesen schweren Tagen solidarisch zusammenzustehen, schützen Sie Sich, ohne den Blick auf Ihre Nachbarn, Ihre Freunde und Bekannte zu verlieren. Die kommenden Wochen werden schwer, aber wir werden sie meistern.

Bleiben Sie gesund!

Andreas Sommer (Bürgermeister)