Freizeit + Sehenswertes in Mücke
Sehenswertes
Vulkan Vogelsberg
Der Vogelsberg ist das größte erloschene Vulkangebiet Mitteleuropas und der einzige Schildvulkan Deutschlands. Er erstreckt sich als größtes zusammenhängendes Basaltmassiv des europäischen Festlandes auf einer Fläche von über 2.500 km² - das sind über elf Prozent der hessischen Landesfläche
– und berührt sechs Landkreise: Vogelsberg, Wetterau, Gießen, Main-Kinzig, Fulda und Marburg.
Der stellenweise über 300 m mächtige Basalt prägt die Erscheinungsform und die Nutzungsgeschichte des Mittelgebirges Vogelsberg. Der Taufstein (774 m) und der Hoherodskopf (764 m) sind die höchsten Erhebungen. Mit über 100 sogenannten Geotopen birgt der Vogelsberg Potenzial für die Ausweisung als Geopark.
Schloss Merlau
Auf den Spuren des verschwundenen Schlosses
Der Bau des Schlosses (1583 - 1592)
Der hessische Landgraf Ludwig IV, der seinen Sitz in der Marburger Residenz hatte, legte den Bau des Merlauer Schlosses in die Hände seines Hofbaumeisters Eberhard Baldewein.
Das schöne, fürstliche Schloss, einst erbaut in den Jahren 1583 bis 1592, war ein Komplex aus mehreren Bauten mit Schlosskapelle, großem Festsaal und unzähligen weiteren Sälen, Stuben, Gemächern, Kammern und Kellern sowie einem Marstall.
Umgeben war das Gebäude von einem breiten Wassergraben. Dem Schloss vorgebaut, direkt über dem Schlossgraben, war das dazugehörige Amtshaus, die Kanzlei.
Stich von Merlau (um 1650)

Das stattliche dreigeschossige Schloss war geprägt von der europäischen Kulturepoche des 16. Jahrhunderts mit Renaissancegiebeln und zwei Etagen im Dachbereich. Im Hof befand sich ein hoher Turm, westlich ein weiterer schlanker Turm, wohl ein Treppenturm.
Der Sage nach hatte das Schloss „so viele Fenster wie Tage das Jahr“, was sich beim Bau durch die Lieferung von rund. 31.000 Fensterscheiben verdeutlicht.
Mit Blick aus südlicher Richtung auf das einstige landgräfl iche Schloss liegt linker Hand das Dorf Merlau mit Kirche und auf der rechten Seite das zum Schloss gehörende Gehöft, der Vorwerkshof mit Mühle.
Schlossruine mit Kanzleibau (um 1763)
Das unbewohnte Schloss wurde während der Kriegszeiten immer wieder von Truppen heimgesucht, die sich dort und im Dorf einquartierten. Sie richteten großen Schaden an durch Zerstörung und Entwendung, plünderten zudem die Häuser, Stallungen und Gärten der Merlauer. Folglich brachten sie Not und Leid für die Bürger, die sich nicht anders zu helfen wussten, als das Dach des Schlosses abzudecken, womit sie im Jahre 1763 den Grund für dessen Ruin legten.
Der Zerfall des Schlosses schritt somit unaufhaltsam voran und Anfang des 19. Jahrhunderts war es endgültig zur Ruine geworden. Der Befehl zum Abriss erfolgte durch Großherzog Ludwig I im Jahre 1810.
Im Jahr 1823 kaufte die Gemeinde das Anwesen. In diesen Jahrzehnten diente es als „Steinbruch“ für den Hausbau der einst so geplagten Merlauer Bürger. Als die Überreste des Schlosses und des Kanzleibaus später abgetragen waren, wurde der Wassergraben zugeschüttet und das gesamte Terrain mit Erde aufgefüllt.
Die Steinbrücke
Der einzig baulich erhaltende Zeitzeuge aus der Geschichte des Merlauer Schlosses ist die heute noch existierende Brücke über den Seenbach. Sie wurde im Jahre 1599 erbaut und steht heute unter Denkmalschutz. Einst war sie die Verbindung zwischen dem Dorf und dem Schloss.
Steinbogenbrücken waren bis ins 16. Jahrhundert im Brückenbau die dominierende Bauweise. Der Bau solcher Überführungen beruhte auf großer Erfahrung, sollten sie doch unter dem Tragwerk bestehen und ihrer Dauerhaftigkeit Rechnung tragen.
Ausgrabungsstätte
Durch die Bemühungen eines Merlauer Bürgers wurde auf seinem Grundstück in der heutigen „Schlossgasse“ ein kleiner Teil der unter der Erde liegenden Grundmauern des ehemaligen Prachtbaus freigelegt. Bei dieser Ausgrabung kamen nicht nur das Fundament, sondern auch unzählige Fundsachen zu Tage, wie Ofenkacheln mit landgräfl ichem Wappen und sonstigen Verzierungen, Bodenfl iesen, Glasreste der bleiverglasten Fenstern, Bleiteller, Hirschstangen, Ziersteine der Außenfassade, Dachschieferstücke und vieles mehr.
Teile davon befinden sich unter anderem in der historischen Dorfstube „Hobstallstowwe“: www.hobstallstowwe.de.
Die Ausgrabungsstätte ist auch heute noch in Privatbesitz.
Hier können Sie die freigelegte Grundmauern des ehemaligen Merlauer Schlosses auf dem heutigen Grundstück der Familie Kämmer sehen.


Grundriss vom Schloss (1814)

Ein Grundriss aus dem Jahre 1814 zeigt, dass das fürstliche Schloss sich als mehrflügeliger Bau darstellte und von einem breiten Wassergraben umgeben war.
Der Weg in das Schloss führte über die vor und hinter dem Kanzleibau eingebauten Zugbrücken und endete in einem geschlossenen Innenhof, in dem ein springender Brunnen stand mit einem Fassungsvermögen von 80 Ohm Wasser (rund 12.000 Liter nach heutigem Maß). Eine weitere Zugbrücke befand sich an der Nordseite und führte zu dem zum Schloss gehörenden landwirtschaftlichen Gutshof ( Vorwerkshof mit Herrenmühle).
Das ganze Areal hatte einen Flächeninhalt von 10.000qm.
A - Der s.g. Kanzleibau
B - Durchfahrt, darüber die Kirche
(zwischen A und B: Zugbrücke)
C - Abtrittsbau
D - Der Sage nach eine Turmbaustelle
E - Desgl. Marstall
F - Eingangstreppe zur Kirche
G - Stelle eines ehem. Brückenturmes
Fotomontage des Schlosses
Diese Fotomontagen ermöglichen den Blick auf das landgräfliche Schloss, würde es heute noch stehen.
Weitere Informationen finden Sie auch hier: www.schloss-merlau.de.





Kunstturm Mücke
Der einstige Verladeturm an der früheren Erzwäschestation in Mücke ist einer der auffälligeren Reste der ehemaligen Infrastruktur des Erzabbaus in der Vogelsbergregion. Er gehört mit versteckten Weihern, verschütteten Stollen und brachliegenden Schienenstrecken zu den Zeugen einer bis 1967 betriebenen industriellen Aktivität in der Region, deren aktive Gebäude und Strukturen für manche noch Teil der Kindheitserinnerung sind. Vielen Jüngeren jedoch ist dieser Teil der Regionalgeschichte unbekannt oder es existiert nur ein bruchstückhaftes Wissen über diese einstmals für die Region so wichtige industrielle Aktivität.
Der Verein kunst_turm_mücke e.V. wurde im Jahre 2005 gegründet mit dem Ziel, ein Kulturforum für Regionalgeschichte und zeitgenössische Kunst in diesem Gebäude zu schaffen. Das in 3-jähriger Bauphase neu gestaltete Gebäude verbindet drei Stränge der Überlegungen:
Ein modernes Gebäude, das einen möglichen Umgang mit historischen Gebäuden zeigt und die Leistungsfähigkeiten der örtlichen Handwerksbetriebe exemplarisch vorführt
Ein zeichenhaftes Gebäude, das in einem Anbau eine Dauerausstellung über den Erzabbau im Vogelsberg beherbergt und Ausgangspunkt oder Station einer Rad- und Fußwanderroute zu diesem Teil der Geschichte des Vogelsbergs wird
Ein Ausstellungsraum für moderne Kunst, der durch die Verbindung eines vollverglasten mit einem vollständig geschlossenen Raum eine ganz besondere Ausstellungsarchitektur bietet.
Der am 21.03.2009 eröffnete Bau bietet ein architektonisch / bauhandwerkliches, ein regionalgeschichtlich / touristisches und ein zeitgenössisch / künstlerisches Forum.
Der Zugang zum Ausstellungsraum ist behindertengerecht.
Ernst Eimer Stube
Seit September 2014 steht der Öffentlichkeit im Pfarrhaus in Groß-Eichen ein Ausstellungsraum mit Werken des Heimatmalers und -dichters Ernst Eimer (1881-1960) zur Verfügung.
In gemütlicher Atmosphäre erwartet die interessierten Besucher ein breites Spektrum des Schaffens dieses heimischen Künstlers: Gemälde, Radierungen, Drucke, Bücher, Skizzenblöcke sowie Gegenstände aus seinem täglichen Umfeld erwarten die Besucher. Eine kleine Oase der Stille lädt in unserer schnelllebigen und oft hektischen Zeit zum Verweilen und zur Rückbesinnung auf eine längst vergangene Zeit ein. Bei Kaffee und Kuchen im „Blauen Salon" können die Besucher anschließend den Nachmittag im angeregten Gespräch entspannt ausklingen lassen. Ergänzt wird die ständige Ernst Eimer Ausstellung durch zusätzliche Aktionen und Ausstellungen, die monatlich bei „Veranstaltungen" auf der Seite der Gemeinde Mücke und in der regionalen Presse angekündigt werden.
Adresse:
Ernst Eimer Stube
35325 Mücke-Groß-Eichen
Lohgasse 11, Pfarrhaus
Dorfmuseum Merlau "Hobstallstowwe"
Seit einigen Jahren gibt es in Merlau ein kleines Dorfmuseum, die Hobstallstowwe. Die gerade mal 30 qm große Ausstellung, die nicht nur über land- und hauswirtschaftliche Geräte früherer Zeiten verfügt, sondern auch wechselnde Ausstellungen zeigt, wurde in mühsamer Arbeit zusammen getragen und zur Besichtigung liebevoll hergerichtet.
Der Name Hobstall bezeichnet im Merlauer Dialekt den Hofstall, die Bezeichnung des Gebäudes, in welchem sich das Museum befindet. Stowwe ist die frühere sprach gebräuchliche Ausdrucksweise für Stube.
Die Hobstallstowwe finden Sie direkt in Mücke-Merlau neben dem Dorfgemeinschaftshaus.
Das älteste Haus der Gemeinde Mücke
Das "Koallese Haus" (an der Ohm) wurde 1545 erbaut und gilt als eines der ältesten datierten Fachwerkhäuser Oberhessens.
Burgfundament in Nieder-Ohmen
Im August 1986 wurden bei Baggerarbeiten im Zusammenhang mit der Verlegung eines Abwasserkanals das Fundament eines Rundturms freigelegt. Es handelt sich hierbei um die Reste einer Burg, die auf der "Burgschoan" in Nieder-Ohmen gestanden haben soll. Die "Burgschoan" ist eine künstliche Insel, die von der Ohm östlich und von dem Mühlgraben der ehemaligen Schmittermühle, westlich gebildet wird.
Das Turmfundament ist 13 Meter breit, hat eine Wandstärke von 3,10 Meter und der Durchmesser des Innenrunds beträgt ca. 7 Meter. Nach Abschluss der Arbeiten wurde das Fundament mit Natursteinen aufgemauert und die Insel als Naherholungsgebiet angelegt.
Dieser Platz ist heute umgeben von einer idyllischen Parkanlage und frei zu besichtigen!